Mehr zur Sendung vom 19.02.16: Lobbyismus in Schulen

Hintergründe zur aktuellen heute-show-Sendung
(Quelle: ZDF)

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Lisas liebstes Mittagessen ist plötzlich Ritter-Sport-Kokos? Erik ist neuerdings glühender Verfechter von Braunkohle? Könnte am Lobbyismus in deutschen Schulen liegen. Die Hintergründe zum Thema in der heute-show:

  • 16 der 20 umsatzstärksten deutschen Unternehmen veröffentlichen Schulmaterial, in dem ihre eigenen Produkte auftauchen. Darunter befanden sich Angebote von Firmen wie Ritter Sport, Daimler oder Bayer. Eine schockierende Statistik, die die taz zitiert: 2011 gab es laut einer Studie der Uni Augsburg 845 Angebote von Unternehmen an deutschen Schulen. 2013 war die Zahl auf rund 17.000 angestiegen.

  • Als Leitsatz gilt unter den Firmen: „Wer früh in Kommunikation für Kinder investiert, der profitiert später von besonders loyalen Kunden.“ So unverblümt formulierte es ein Vertreter einer nicht näher genannten Berliner Agentur im Gespräch mit Journalisten vom Portal Der Westen.

  • Heikel: Seit der Novelle des NRW-Schulgesetzes im Jahr 2008 verfügen die Schulleiter über größere Freiheiten – auch bei möglichen Kooperationen zwischen Schule und Firmen. Wie der Beitrag bei WDR5 verdeutlicht, fehlt dem Lehrpersonal oft schlicht die Zeit, um das Angebot kritisch zu prüfen.

  • Unter anderem erhielt ein Gymnasium in Niedersachsen seit 2007 jährlich 10.000 Euro von Exxon. Auf der Schulhomepage wurden unkritische Beiträge zum Thema Fracking veröffentlicht. Diesem Treiben machte laut Recherchen von Frontal 21 die Landesregierung Mitte 2015 ein Ende.

  • RWE hat im Braunkohlerevier von NRW Kooperationen mit Schulen geschlossen, um über die Bedeutung der Braunkohle für die Region aufzuklären. Dabei wurden seit 2006 nicht nur 742.000 RWE-Frühstücksdosen an Erstklässler verteilt. Wie der WDR offenlegte, gingen einzelne Schul-Partnerschaften so weit, dass in Schulpublikationen und gegenüber der Presse ausdrücklich auf die Partnerschaft hingewiesen werden musste.

  • Auch auf der diesjährigen Bildungsmesse didacta in Köln tummeln sich wieder zahlreiche Unternehmen und Hersteller von Lobby-Unterrichtsmaterialien. Kein Wunder, dass Lobbycontrol längst eine zentrale Monitoring-Stelle verlangt, die Firmenangebote durchleuchtet und Negativ-Beispiele sammelt. Der Anti-Lobbyismus-Verband hat weitere Infos zu Lobbyismus an Schulen zusammengestellt.

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