Mehr zur Sendung vom 03.06.2016: Völkermord

Hintergründe zur aktuellen heute-show-Sendung: Thema Völkermord

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  • Bei Massakern in der Türkei kamen während des Ersten Weltkriegs bis zu eineinhalb Millionen Armenier und Angehörige weiterer christlicher Minderheiten ums Leben. Mehr als 20 Staaten bezeichnen diese Taten mittlerweile als Völkermord. Wie eng der Begriff allerdings zu definieren ist, darüber streiten Juristen seit seiner Einführung in das Völkerstrafrecht im Jahr 1948. Spiegel Online macht den Versuch, den verworrenen Konflikt in fünf Minuten zu erläutern.

  • Eine armenisch-stämmige Autorin des Jugendportals Bento erzählt ihre ganz persönliche Geschichte und schreibt über ihre Erfahrungen mit dem Thema Armenien-Resolution: „Seit 22 Jahren lebe ich in Deutschland. Ich habe schon viele Türken kennengelernt, völlig unbefangen lief das nie ab. Mit der Zeit habe ich mir angewöhnt, den Völkermord und den Umgang damit zu meiden.

  • Im Vorfeld der Debatte zum Genozid gingen Drohungen bei vielen Bundestagsabgeordneten ein. Tausende Mails seien bei Bundestagsabgeordneten und Journalisten zu dem Thema eingegangen, notiert Hasnain Kazim, Autor von Spiegel Online: „Mehr als 500 türkische Organisationen in Deutschland haben unter Federführung der Türkischen Gemeinde Berlin ein Schreiben verfasst, das Türken an Politiker versenden sollen.“

  • Die Entscheidung über die Begrifflichkeit Genozid war auch in der Bundesregierung und in den Parteien selbst hoch umstritten. Wichtige Vertreter des Kabinetts, wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel, waren am 2. Juni bei der Bundestagsdebatte nicht anwesend. Die vollständige Diskussion lässt sich beim Bundestag noch online abrufen.

  • Theo Sommer, Kolumnist von Zeit Online, hält nicht viel davon, dass der Bundestag die Ausrottung der Armenier nun „hochoffiziell“ als Völkermord bezeichnen will. Er verweist vielmehr darauf, dass der Bundestag doch lieber mal die „deutsche Rolle in der armenischen Tragödie unter die Lupe nehmen lassen, oder die „Hottentotten-Kriege“, bei denen 1904–1908 in der Kolonie Deutschsüdwestafrika an die 100.000 Hereros und in Deutsch-Ostafrika 130.000 Maj-Maj-Aufständische ums Leben kamen.“

  • Die Niederschlagung des Herero-Aufstandes ab dem Jahr 1904 in der damaligen Kolonie Südwestafrika zählt zu den düsteren Kapiteln deutscher Kolonialgeschichte – und ist dennoch vielen Menschen hierzulande unbekannt. Die „zweifelhafte Ehre des ersten Genozids im 20. Jahrhundert“ kommt also dem Krieg des Deutschen Reiches in der afrikanischen Region zu, die insgesamt wohl bis zu 80.000 Menschen in den Tod trieben, schreibt der Geschichtsprofessor Jürgen Zimmerer in einem Gastbeitrag bei n-tv. In einem kurzen Videobeitrag erklärt auch die Deutsche Welle, was hinter dem Völkermord im heutigen Namibia steckt, und zeigt die erste Politikerin, die vor Ort eine wörtliche Entschuldigung aussprach.

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  • Er ist nicht nur vom Time Magazine zur „Person des Jahres 2016“ gewählt worden, sondern bekommt in diesem Jahr auch von der heute-show erneut einen Goldenen Vollpfosten verliehen: der neue US-Präsident Donald Trump. Im Lied zum Vollpfosten singt Carolin Kebekus: „Jede Nacht um halb eins schmeiß ich Twitter an und beweise, dass ich Shitstorm ganz alleine kann.“ Die Kollegen der britischen BBC hat die Geschichte von Trump und seinem Twitter-Account (@realdonaldtrump) in Gänze aufgezeichnet.

  • Ein weiterer Goldener Vollpfosten, dieses Mal in der Panzerknacker-Edition, geht an die Deutsche Bank, da die sich „mit jahrelanger, unermüdlicher Zockerei quasi selbst ausgeraubt hat“. Oder wie es die Kollegen von der Welt formulieren: „Das Geschäftsmodell funktioniert mehr schlecht als recht. Und die Investmentbanker – von Ackermann über viele Jahre hofiert – haben das Institut mit ihren Bonuszahlungen finanziell ausgenommen.“

  • Einen Goldenen Vollpfosten in Form eines Bausatzes bekommt in diesem Jahr der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann, „weil er authentisch ist. Und vor allem, weil man gar nicht mehr merkt, dass er bei den Grünen ist.“ Wer ist der Naturschützer aus Baden-Württemberg, der so gut mit der Autoindustrie zurecht kommt? Dieser Frage ging im November Sandra Maischberger in ihrer Talkshow nach. Dort hatte die Journalistin Kretschmann selbst sowie Bewunderer und Kritiker zu Gast.

  • Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist „postfaktisch“ das Wort des Jahres. Knapp dahinter wählte die GfdS-Jury den Begriff „Brexit“ für den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Bei uns sind die Briten mit ihrem Brexit ganz vorne mit dabei: England bekommt in diesem Jahr einen Goldenen Vollpfosten, Glückwunsch! Die BBC hat die wichtigsten Fragen zum Austritt beantwortet – etwa: Wie lange dauert es, bis England die EU wirklich verlässt?

  • Der letzte Vollpfosten geht in diesem Jahr an den EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft, Günther Oettinger. Der Branchendienst Meedia (der auch das zugehörige Video mit Oettingers „Schlitzaugen“-Rede verlinkt), bilanziert, dass sich „Oettinger mit seiner Rede als reaktionärer Mann von gestern präsentiert habe“. Oettingers Entgleisung führe darüber hinaus auch ein tiefsitzendes Problem mit der EU vor Augen.

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  • Norbert Hofer oder Alexander Van der Bellen? Am Sonntag wird in Österreich der neue Bundespräsident gewählt. Warum ist das für uns wichtig? Der rbb hat ein Interview mit dem Wiener Journalisten Armin Thurnher geführt, der dort beschreibt, dass mittlerweile im Wählervolk „ziemlicher Überdruss“ herrsche. Außerdem auf der Seite: sieben Gründe, warum die Wahl auch über Österreich hinaus Signalcharakter hat.

  • Viel wurde darüber spekuliert, ob der Sieg Donald Trumps in den USA auch hierzulande Auswirkungen haben könnte. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist der Frage für Österreich nachgegangen und hat keine eindeutige Antwort gefunden: „Hofer-Anhänger würden sich vielleicht bestärkt sehen, wenn sie auch Trump zuneigten; doch würden durch den amerikanischen Wahlausgang auch diejenigen mobilisiert, die entsetzt seien und Ähnliches für Österreich verhindern wollten.“

  • Die polarisierende Person im Wahlkampf ist sicher der FPÖ-Politiker und Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Der 45-jährige stellvertretende Nationalratspräsident gilt als das „freundliche Gesicht“ der rechtspopulistischen FPÖ. Polternde Auftritte sind ihm fremd. Die Wochenzeitung Falter hat die Rhetorik Hofers anhand von Videos auseinandergenommen. Der Autor beschreibt, dass Hofer verhaltenstechnische Seminare wie Rhetorik, Kommunikation, Crash-Rhetorik und Team-Design besuchte und sich danach zum Kommunikations- und Verhaltenstrainer ausbilden ließ – und wie er das im Wahlkampf nutzt.

  • Um sein Familienleben zu zeigen, lud Norbert Hofer vor kurzem ein Kamerateam in sein Domizil in Pinkafeld im Burgenland. Der Sender oe24.tv durfte nicht nur den grünen Teppich im Badezimmer und die hofersche Küche filmen, sondern ebenso das Zimmer der pubertierenden Tochter. Auch Hofers Frau kommt in dem Interview zu Wort.

  • Der den Grüne nahestehende Alexander Van der Bellen ist Hofers Gegenkandidat. Viele prominente Österreicher wie etwa der Alt-Bundespräsident Heinz Fischer unterstützen den 72-Jährigen. Doch wer ist der Mann, der es laut einem Artikel der österreichischen Zeitung Der Standard vom Mai schafft, „Windungen in der Vita so zu präsentieren, dass ihm die niemand übel nimmt“?

  • Puls 4, ein österreichischer Privatfernsehsender, hat mit beiden Präsidentschaftskandidaten lange Gespräche geführt: eins mit Norbert Hofer, das andere mit Alexander Van der Bellen.

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