Mehr zur Sendung vom 07.10.2016: Krankenkassen & Ärzte

Hintergründe zur aktuellen heute-show-Sendung: Thema Krankenkassen & Ärzte

Zum Weiterlesen

  • Seit Anfang des Jahres 2015 können Krankenkassen einen vom Einkommen abhängigen Zusatzbeitrag erheben. Und da die Kosten für das deutsche Gesundheitssystem steigen, tun die Zusatzbeiträge das auch. Ein Professor für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen hat auf Spiegel Online einmal berechnet, was das für Krankenversicherte bedeuten könnte: Die verlangten Zusatzbeiträge werden sich innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppeln, prognostiziert er.

  • Auch die Kassen fürchten eine Steigerung der Gesundheitsausgaben und wollen ihre Kosten reduzieren. Dabei sind junge und gesunde Mitglieder – die mit entsprechenden Bonusprogrammen gefördert werden – für sie besonders interessant. Einen Akkuschrauber oder einen Wellnesstrip fürs Gesund-Bleiben? Ist das gerecht? Darüber lässt der Tagesspiegel seine Leser diskutieren. Dort wird unter anderem über das Problem der Entsolidarisierung innerhalb der Gemeinschaft der Krankenversicherten gesprochen und darüber, dass Bonusprogramme „unser Verantwortungs- und Solidaritätsgefühl“ steigern könnten.

  • Ein weiteres Beispiel für die Sparpläne einiger Kassen: In Dortmund wollen die gesetzlichen Krankenkassen die steigenden Kosten für einen schnellen Rettungsdienst nicht tragen. Laut einem Artikel von derwesten.de haben die Kassen dort versucht, die Acht-Minuten-Frist auszudehnen. Statt in acht Minuten solle der Rettungswagen erst innerhalb von zehn Minuten beim Patienten eintreffen. Der Ärztliche Leiter des Dortmunder Rettungsdienstes, Dr. Hans Lemke, lehnt die längere Frist ab: „Kommen wir zu spät, sind Hirnschäden und neurologische Defizite als Folgen unvermeidbar. Wir reden hier über Sekunden, die für das Überleben oder die Lebensqualität der Patienten enorm wichtig sind.“ Auch das Wirtschaftsmagazin Plusminus hat sich mit dem Problem von (zu) späten Rettungswagen beschäftigt.

  • Krebsmedikamente können sehr teuer sein. Eine neue Sparmaßnahme der Krankenkasse AOK führt offenbar zu einem Sicherheitsrisiko bei der Versorgung von Krebspatienten. Die Krankenkasse verlangt von Onkologen, so Recherchen der NDR-Sendung Panorama, bedenkliche Krebsmedikamente zu verabreichen.

  • Auch Ärzte sind nicht nur Heilige und gehen zum Teil unseriösen Praktiken nach. Die Welt schreibt: „Es gibt zwei Arten von Ärzten: Solche, die den Patienten dienen möchten, und solche, die mit ihnen reich werden wollen.“ (Bezahlschranke) Zu letzteren gehören tendenziell niedergelassene Mediziner, die sich beispielsweise von Pharmafirmen für umstrittene Anwendungsbeobachtungen bezahlen lassen.

  • Die Igel-Angebote (Individuelle Gesundheitsleistungen), die Ärzte ihren Patienten anbieten, sind ebenfalls umstritten – oft haben Patienten nämlich das Gefühl, dass sie etwas angedreht bekommen. Welche dieser kostenpflichigen Extras wirklich sinnvoll sind, hat die Webseite www.igel-monitor.de zusammengefasst, deren Auftraggeber der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) ist. Die Verbraucherzentralen betreiben die Homepage www.igel-aerger.de, auf der Erfahrungsberichte ausgetauscht werden können.

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