Mehr zur Sendung vom 14.10.2016: Hass bei Facebook

Hintergründe zur aktuellen heute-show-Sendung: Thema Hass bei Facebook

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  • Ein Besuch bei Facebook ist wie ein Gang durchs Strafgesetzbuch. Beleidigung, Nötigung, Verherrlichung des Nationalsozialismus, Leugnung des Holocaust, Volksverhetzung: Alles ist möglich.“ So schreibt der Journalist Jan Fleischhauer. Er hat sich in dem langen Text „Die Hassmaschine“ für den Spiegel und in einer kürzeren Abhandlung auf Spiegel Online mit dem Phänomen Facebook befasst. Darin beantwortet Fleischhauer auch die Frage: Was hat ein „soziales“ Netzwerk davon, dass es jedem – auch Hetzern – eine Heimat bietet?

  • Die Süddeutsche Zeitung fragt sich, was man konkret gegen Hasskommentare und die Übermacht von Internetunternehmen wie Facebook, Twitter und Co tun kann. Die SZ stellt fest: Auf dem Marktplatz der Informationen gäbe es derzeit ein ähnliches Marktversagen, wie es in der Ökonomie immer wieder aufträte, wenn sich irgendwo zu viel Macht ballt. Wie kann man dem Hass Herr werden? Dazu gibt es mittlerweile immerhin einige Ideen. Eine davon: Die Investition in „internet literacy“, also Bildung und Netzwissen. Schon Kinder müssten lernen, gute von schlechten Quellen zu unterscheiden und wissen, was sich im Netz gehört.

  • Hass ist ein Problem, mit dem viele soziale Netzwerke zu kämpfen haben. Wie es ist, von Trollen gejagt zu werden, schildert die Bloggerin und Chefin eines Tech-Unternehmens Anne Matuschek bei sueddeutsche.de. Sie schreibt: „Bedingt durch die offene Struktur und kaum vorhandener Regulierung ist Twitter besonders anfällig für Störer.“ Ein Grund: Die Plattformbetreiber hätten die Bekämpfung von Belästigungs- und Hasspostings lange Zeit verpasst und seien anscheinend nun mit dem Schwall an Beleidigungen, Stalking und Identitätsdiebstahl massiv überfordert.

  • Soziale Netzwerke zur Verantwortung zu ziehen, ist ohne Frage eine Mammutaufgabe. Und das funktioniert momentan mehr als mittelmäßig. Justizminister Heiko Maas verpflichtete Facebook zusammen mit Twitter, Google und einer Handvoll Nichtregierungsorganisationen zu einer Taskforce – die Ergebnisse sind mau, wie Spiegel Online berichtet. Ein paar Male tagte diese Gruppe bislang. Im Interview mit dem Handelsblatt kündigte Maas vor ein paar Wochen an: „Wer sich im Internet äußert und dabei die Grenzen der Strafbarkeit überschreitet, wird genauso verfolgt und zur Rechenschaft gezogen wie in der analogen Welt.“

  • Schräge Realität: Wenn einer bei Facebook den Holocaust leugnet, ist es schwierig, ihn dranzukriegen. Aber wenn eine ältere Dame wie Irmela Mensah-Schramm Beleidigungen und rechte Hassbotschaften an Wänden in Berlin übersprayt, bekommt sie ordentlich Ärger. Der Rentnerin, die regelmäßig zur Dose greift, um Nazi-Graffiti zu übersprühen, droht deswegen eine Geldstrafe. Der rbb hat Mensah-Schramm porträtiert und ihre Geschichte erzählt.

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  • Er ist nicht nur vom Time Magazine zur „Person des Jahres 2016“ gewählt worden, sondern bekommt in diesem Jahr auch von der heute-show erneut einen Goldenen Vollpfosten verliehen: der neue US-Präsident Donald Trump. Im Lied zum Vollpfosten singt Carolin Kebekus: „Jede Nacht um halb eins schmeiß ich Twitter an und beweise, dass ich Shitstorm ganz alleine kann.“ Die Kollegen der britischen BBC hat die Geschichte von Trump und seinem Twitter-Account (@realdonaldtrump) in Gänze aufgezeichnet.

  • Ein weiterer Goldener Vollpfosten, dieses Mal in der Panzerknacker-Edition, geht an die Deutsche Bank, da die sich „mit jahrelanger, unermüdlicher Zockerei quasi selbst ausgeraubt hat“. Oder wie es die Kollegen von der Welt formulieren: „Das Geschäftsmodell funktioniert mehr schlecht als recht. Und die Investmentbanker – von Ackermann über viele Jahre hofiert – haben das Institut mit ihren Bonuszahlungen finanziell ausgenommen.“

  • Einen Goldenen Vollpfosten in Form eines Bausatzes bekommt in diesem Jahr der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann, „weil er authentisch ist. Und vor allem, weil man gar nicht mehr merkt, dass er bei den Grünen ist.“ Wer ist der Naturschützer aus Baden-Württemberg, der so gut mit der Autoindustrie zurecht kommt? Dieser Frage ging im November Sandra Maischberger in ihrer Talkshow nach. Dort hatte die Journalistin Kretschmann selbst sowie Bewunderer und Kritiker zu Gast.

  • Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist „postfaktisch“ das Wort des Jahres. Knapp dahinter wählte die GfdS-Jury den Begriff „Brexit“ für den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Bei uns sind die Briten mit ihrem Brexit ganz vorne mit dabei: England bekommt in diesem Jahr einen Goldenen Vollpfosten, Glückwunsch! Die BBC hat die wichtigsten Fragen zum Austritt beantwortet – etwa: Wie lange dauert es, bis England die EU wirklich verlässt?

  • Der letzte Vollpfosten geht in diesem Jahr an den EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft, Günther Oettinger. Der Branchendienst Meedia (der auch das zugehörige Video mit Oettingers „Schlitzaugen“-Rede verlinkt), bilanziert, dass sich „Oettinger mit seiner Rede als reaktionärer Mann von gestern präsentiert habe“. Oettingers Entgleisung führe darüber hinaus auch ein tiefsitzendes Problem mit der EU vor Augen.

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  • Norbert Hofer oder Alexander Van der Bellen? Am Sonntag wird in Österreich der neue Bundespräsident gewählt. Warum ist das für uns wichtig? Der rbb hat ein Interview mit dem Wiener Journalisten Armin Thurnher geführt, der dort beschreibt, dass mittlerweile im Wählervolk „ziemlicher Überdruss“ herrsche. Außerdem auf der Seite: sieben Gründe, warum die Wahl auch über Österreich hinaus Signalcharakter hat.

  • Viel wurde darüber spekuliert, ob der Sieg Donald Trumps in den USA auch hierzulande Auswirkungen haben könnte. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist der Frage für Österreich nachgegangen und hat keine eindeutige Antwort gefunden: „Hofer-Anhänger würden sich vielleicht bestärkt sehen, wenn sie auch Trump zuneigten; doch würden durch den amerikanischen Wahlausgang auch diejenigen mobilisiert, die entsetzt seien und Ähnliches für Österreich verhindern wollten.“

  • Die polarisierende Person im Wahlkampf ist sicher der FPÖ-Politiker und Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Der 45-jährige stellvertretende Nationalratspräsident gilt als das „freundliche Gesicht“ der rechtspopulistischen FPÖ. Polternde Auftritte sind ihm fremd. Die Wochenzeitung Falter hat die Rhetorik Hofers anhand von Videos auseinandergenommen. Der Autor beschreibt, dass Hofer verhaltenstechnische Seminare wie Rhetorik, Kommunikation, Crash-Rhetorik und Team-Design besuchte und sich danach zum Kommunikations- und Verhaltenstrainer ausbilden ließ – und wie er das im Wahlkampf nutzt.

  • Um sein Familienleben zu zeigen, lud Norbert Hofer vor kurzem ein Kamerateam in sein Domizil in Pinkafeld im Burgenland. Der Sender oe24.tv durfte nicht nur den grünen Teppich im Badezimmer und die hofersche Küche filmen, sondern ebenso das Zimmer der pubertierenden Tochter. Auch Hofers Frau kommt in dem Interview zu Wort.

  • Der den Grüne nahestehende Alexander Van der Bellen ist Hofers Gegenkandidat. Viele prominente Österreicher wie etwa der Alt-Bundespräsident Heinz Fischer unterstützen den 72-Jährigen. Doch wer ist der Mann, der es laut einem Artikel der österreichischen Zeitung Der Standard vom Mai schafft, „Windungen in der Vita so zu präsentieren, dass ihm die niemand übel nimmt“?

  • Puls 4, ein österreichischer Privatfernsehsender, hat mit beiden Präsidentschaftskandidaten lange Gespräche geführt: eins mit Norbert Hofer, das andere mit Alexander Van der Bellen.

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