Mehr zur Sendung vom 07.04.17: Cyber-Bundeswehr

Hintergründe zur aktuellen heute-show-Sendung. Thema: Cyber-Bundeswehr

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  • Neben Heer, Marine und Luftwaffe gibt es bei der Bundeswehr jetzt das neue Kommando „Cyber- und Informationsraum“ – mit 13.500 Soldaten ab Juli. Klingt viel, aber frisches Personal kommt erstmal nicht. Die Einheit ist vielmehr eine Umstrukturierung, bei der alle IT-Kräfte der Bundeswehr gebündelt werden sollen, fasst die Zeit zusammen.

  • Langfristig sollen auch neue Soldaten für die digitale Truppe her – 1.800 in den nächsten vier Jahren. Flexible Arbeitszeiten und freie Arbeitsplatzwahl sollen auch Quereinsteiger ansprechen. Finanziell ist die Armee aber wenig attraktiv. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt das Dilemma: Gute Hacker können in der freien Wirtschaft mit einem Einstiegsgehalt von 90.000 bis 120.000 Euro jährlich rechnen. Sold in der Höhe bekommen bei der Bundeswehr nur Generäle.

  • Bundestagsmandat und völkerrechtskonform: für ihre konventionellen Einsätze hat die Bundeswehr klare Regeln. Ein konkreter Rechtsrahmen für digitale Attacken existiert noch nicht. Was ist, wenn eine Aktion nur erfolgreich sein kann, wenn sie geheim bleibt? Und gegen wen dürfen sich Gegenschläge richten, wenn der Angreifer unbekannt ist? „Selbstverteidigung auf Verdacht darf nicht sein, sondern man darf sich gegen einen anderen Staat nur wehren bei Maßnahmen, die auf diesen Staat eindeutig zurückzuführen sind“, sagt der Völkerrechtler Michael Bothe im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

  • Die Bundesregierung betont oft, die Cyber-Soldaten der Bundeswehr schützten nur die eigenen Netzwerke – Angriffe würden höchstens simuliert. Tatsächlich ist die IT-Einheit „Computer Netzwerk Operationen“ der Bundeswehr längst aktiv: Im Jahr 2015 hatte sie das Netz eines afghanischen Mobilfunkbetreibers gehackt, schreibt der Spiegel. Damit konnten die Bewegungen der Entführer einer deutschen Entwicklungshelferin verfolgt werden. Das half dem Krisenstab – die Entführte ist inzwischen wieder frei. Das Verteidigungsministerium schweigt zu dem Einsatz.

  • Neben Spionage können digitale Angriffe auch kritische Infrastruktur außer Funktion setzen: Kraftwerke, Flughäfen, Handynetze, Banken. „Mögliche Ziele sind alles, wo ein Computer drinsteckt“, sagt der IT-Experte und Hacker Felix Lindner in der Doku „Netwars“. Der für Arte produzierte Film begleitet Lindner dabei, wie er die Verwundbarkeit eines Energieversorgers testet. Was sind die möglichen Folgen virtueller Angriffe?

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